SURA Folge 45 - Wenn dich etwas aufhält

Shownotes

Vielleicht kennst du diese Momente: du willst los – und plötzlich geht nichts mehr. Der Schlüssel ist verschwunden. Das Auto streikt. Eine unerwartete Verzögerung bringt den ganzen Plan durcheinander.

Wir ärgern uns darüber. Durch was, wenn manche Hindernisse gar keine Hindernisse sind?

In dieser Folge Sprech ich darüber, warum Verzögerungen aus spiritueller und Schamanisch Sicht manchmal als Warnung oder Schutz verstanden werden können. Überzeichnen aus der Anders Welt, altes, slawische Überlieferungen und die leise Kunst, nicht gegen jeden Widerstand anzukämpfen.

Denn manchmal ist der Umweg vielleicht genau der Weg, der uns schützen soll.

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00:00:17: Manchmal sieht Schutz nicht aus wie Schutz.

00:00:21: Manchmal hat er keinen Flügel, manchmal hören wir keine Stimme, kein Licht erscheint vor uns und niemand sagt gehe heute nicht.

00:00:33: Manchmal fehlt einfach nur der Autoschlüssel um.

00:00:37: genau so etwas ist mir vor gar nichts solange Zeit passiert.

00:00:42: ich wollte nach Köln fahren.

00:00:44: meinen autoschlüssel hat einen festen Platz.

00:00:47: Er hängt eigentlich immer an derselben Schlüsselaufhängung.

00:00:52: Ich muss darüber gar nicht nachdenken, ich nehme meine Jacke, greife nach dem Schlüssel und gehe woher nicht gehen wollte.

00:01:00: Aber an diesem Tag war er nicht da – zumindest dachte ich das!

00:01:08: Ich suchte, schaute in meinen Jackentaschen obwohl ich ziemlich sicher war dass ich ihn dort nicht hingesteckt hatte.

00:01:18: Ich wurde langsam unruhig, weil ich eigentlich los wollte.

00:01:22: Und ich bin immer pünktlich – ein paar Minuten vergingen!

00:01:27: Dann schaute ich nochmal zur Schlüsselaufhängung und da hing er an seinem Platz wie immer als wäre niemals weg gewesen.

00:01:40: Natürlich kann ich sagen, ich habe ihn übersehen.

00:01:43: Vielleicht war ich mit meinen Gedanken woanders?

00:01:46: Vielleicht gibt es dafür eine völlig banale Erklärung Und normalerweise würde ich es wahrscheinlich auch genau dabei belassen, wenn nicht kurze Zeit später etwas passiert wäre.

00:02:01: Ich fuhr los in Richtung Köln und kam auf der Autobahn an eine große Unfallstelle.

00:02:09: Ich gehörte zu den ersten unbeteiligten Fahrzeugen die dort ankamen – und plötzlich dachte ich an diese fünf Minuten zurück!

00:02:18: diese lächerlichen fünf Minuten, in denen ich meinen Autoschüssel gesucht hatte.

00:02:25: Fünf Minuten sind im Alltag nichts!

00:02:28: Wir verschwenden fünf Minuten am Handy.

00:02:31: Wir warten fünf Minuten auf einen Kaffee.

00:02:34: Wir stehen an einer Kasse fünf Minuten lang und ich finde schon unglaublich anstrengend.

00:02:41: Aber auf einer Autobahn können fünf Minuten darüber entscheiden, an welchem Ort du dich zu welchem Zeitpunkt befindest.

00:02:52: Ich weiß nicht, was genau gewesen wäre, wenn ich fünf Minuten früher losgefahren wäre.

00:02:59: Vielleicht wäre ich längst an der Stelle vorbei gewesen?

00:03:02: Vielleicht wäre überhaupt nichts passiert!

00:03:06: Vielleicht hätte ich mich aber auch genau dort befunden – ich weiß es nicht und ich glaube gerade dieses «Ich weiss es nicht» ist wichtig denn ich möchte aus dieser Geschichte keinen Beweis machen.

00:03:23: Ich kann nicht beweisen, dass ein Schutzengel meinen Schlüssel verschwenden ließ.

00:03:29: Ich kann auch nicht beweise, dass sein Geistführer eingegriffen hat!

00:03:34: Ich kann nie beweisen das die Anderswelt irgendetwas damit zu tun hatte.

00:03:40: Aber ich kann sagen Es gab einen Moment in dem ich mich gefragt habe Was wenn nicht alles was uns aufhält gegen uns arbeitet?

00:03:54: wenn eine Verzögerung manchmal Schutz sein kann.

00:04:00: Wir Menschen mögen keine Verzörgerungen, wir wollen los!

00:04:04: Wir haben eine Uhrzeit im Kopf, wir haben einen Plan und eigentlich haben wir auch schon entschieden wie der nächste Teil unseres Tages ablaufen soll?

00:04:17: Dann springt das Auto nicht an.

00:04:20: Der Bus fährt vor unserer Nase weg Eine Straße ist gesperrt Plötzlich klingelt das Telefon.

00:04:29: Wir müssen noch einmal zurück ins Haus.

00:04:32: Oder wir fahren auf die Landstraße und natürlich landet, ausgerechnet vor uns dieses eine Auto – das gefühlt seit deiner Zeit nicht mehr schneller als sechzig gefahren ist.

00:04:46: Und während wir dahinter sitzen, regen wir uns auf!

00:04:51: Warum ausgerechnet jetzt?

00:04:53: Fahr doch!

00:04:54: Ich muss weiter!

00:04:56: Ich habe keine Zeit!

00:04:58: Vielleicht kennt ihr das... Und wahrscheinlich kennen wir auch diese seltsamen Tage, an denen nicht nur eine Sache passiert.

00:05:06: Sondern mehrere!

00:05:08: Erst findet man etwas nicht.

00:05:11: Da muss man doch einmal zurück.

00:05:13: Dann kommt die rote Ampel... dann fährt jemand vor einem den man nicht überholen kann.

00:05:20: Es fühlt sich fast so an als würde der ganze Tag sagen Langsamer und manchmal vielleicht sogar noch nicht.

00:05:32: Die Vorstellung, dass der Mensch nicht vollkommen allein durch sein Leben geht ist sehr alt.

00:05:39: Im Christentum kennen wir den Schutzengel ein Wesen das begleitet behütet und vielleicht manchmal auch warnt.

00:05:50: auf schamanischem Wegen sprechen wir von Geistführern wohlwollenden Ahnen Krafttieren oder anderen geistigen Begleitern Und ich glaube gar nicht, dass wir uns unbedingt darüber streiten müssen welchem Griff wir nun wählen.

00:06:07: Vielleicht schauen verschiedene Traditionen einfach durch unterschiedliche Fenster auf etwas das Menschen seit sehr langer Zeit wahrnehmen.

00:06:18: Dass es Augenblicke gibt in denen wir uns gefühlt fühlen oder bewahrt manchmal sogar ohne zu wissen bevor.

00:06:30: Ich bin mit bestimmten alten slavischen Vorstellungen und Bräuchen aufgewachsen, die genau mit solchen Situationen zu tun haben.

00:06:39: Und manches davon befolge ich bis heute.

00:06:44: Wenn beim Aufbruch etwas schief geht, wenn mein Plätzlich aufgehalten wird oder noch einmal zurück muss gibt es beispielsweise den Brauch sich nicht einfach hektisch umzudrehen und sofort wieder

00:06:58: hinauszustürmen.".

00:07:00: Man setzt sich noch einmal hin.

00:07:03: Nur für einen Moment und trinkt ein Glas Wasser.

00:07:08: Ich kenne das seit meiner Kindheit.

00:07:11: Heute könnte man natürlich sagen, was soll dein Glas Wasser verändern?

00:07:16: Vielleicht gar nichts?

00:07:19: Aber genau darum geht es eigentlich nicht.

00:07:23: Du unterbrichst den ursprünglichen Aufbruch Du setzt dich du kommst zur Ruhe Du beginnst den Weg nochmal neu.

00:07:34: Der Ausbruch ist vorbei.

00:07:37: Du stehst nicht einfach nur in der Tür, fluchst, schnappst ihr das vergessene Handy und rennzt weiter.

00:07:45: Du hältst inne – und dann gehst du erneut!

00:07:53: Für mich steckt daran etwas unglaublich Schönes, denn selbst wenn man die spirituelle Bedeutung einmal völlig weglässt, verändert dieses kleine Ritual deinen Zustand.

00:08:06: Aus Hektik wird er für einen Augenblick Ruhe Aus dem Gedanken, ich muss sofort weiter.

00:08:15: Wird gut?

00:08:16: Ich beginne noch einmal.

00:08:19: und vielleicht die gerade in diesem kleinen Bruch etwas das unsere Vorfahren intuitiv verstanden haben.

00:08:27: Es gibt einen anderen Brauch den ich seit meiner Kindheit kenne.

00:08:34: Wenn man bereits unterwegs war Und noch einmal nach Hause zurück fahren musste Weil mein Beispielsweise etwas vergessen hatte Sollte man anschließend möglichst nicht exakt den selben Weg noch einmal nehmen, man fährt wenn es möglich ist einen kleinen Umweg.

00:08:54: Bei uns hieß es singgemäß Man durchbricht damit den ursprünglichen Weg oder sogar das Schicksal dieses Weges.

00:09:04: Das klingt für einen modernen Menschen natürlich erst einmal sehr abergläubig.

00:09:09: Warum sollte eine andere Straße irgendetwas ändern?

00:09:13: Und vielleicht tut sie das auch nicht.

00:09:16: Ich erzähle euch das nicht aus als Naturgesetz, es ist ein Brauch mit dem ich aufgewachsen bin.

00:09:23: Ein Teil meiner kulturellen und familiären Prägung – und trotzdem befolge ich ihn bis heute!

00:09:31: Wenn ich schon losgefahren bin noch einmal zurück muss und anschließend weiterfahre nehme ich wenn's möglich ist einen anderen Weg vielleicht nur eine Seitenstraße da einer anderer auffahrt Ein kleinen Bogen.

00:09:48: Nicht aus panischer Angst davor, dass uns etwas passieren könnte sondern weil dieser Gedanke tief in mir verankert ist.

00:09:57: Der erste Weg ist beendet und jetzt beginnt ein neuer.

00:10:03: Ich finde diese Vorstellung bis heute faszinierend Denn wir denken bei alten Bräuchen oft sofort an Aberglaube aber viele dieser Rituale drehen sich eigentlich um Übergänge Aufbruch Rückkehr, Schwellen, Wege, Richtungen, Zeitpunkte.

00:10:24: Und genau diese Dinge waren für unsere Vorfahren nicht bedeutungslos!

00:10:30: Eine Tür war nicht einfach nur eine Tür – sie war eine Schwelle.

00:10:37: Eine Kreuzung war nicht eben nur eine Kreuze.

00:10:41: Sie war ein Ort an dem Wege sich trennten und ein Aufbruch war nicht das mechanische Verlassen eines Hauses.

00:10:52: Du hast deinen geschützten Raum verlassen und bist hinaus in eine Welt gegangen, die du nicht kontrollieren kannst.

00:11:00: Vielleicht verstehen wir deshalb auch den Gedanken des Schutzengels heute noch mal romantisch?

00:11:06: Wir stellen uns ein freundliches Wesen mit Flügeln vor – das hinter uns steht und dafür sorgt dass uns nichts passiert!

00:11:16: Aber so funktioniert das Leben offensichtlich nicht.

00:11:20: Menschen, die beten erleben Unglück Spirituelle Menschen werden krank.

00:11:27: Gute Menschen haben Unfälle.

00:11:30: Kein Glaube der Welt macht uns unverwundbar und darum möchte ich Schutz auch nicht so darstellen!

00:11:39: Vielleicht bedeutet geistiger Schutz nicht, dass jede Gefahr aus unserem Leben entfernt wird?

00:11:45: Vielleicht gibt es manchmal Augenblicke in denen ein kleiner Impuls möglich ist... Ein paar Minuten, ein merkwürdiges Gefühl eine Verzögerung Ein Gedanke, ein Traum.

00:12:02: Ein Tier auf dem Weg oder einen Mensch der uns auffällt und wir können darauf reagieren – oder eben nicht!

00:12:16: Ich finde die Vorstellung spannend dass geistige Begleiter möglicherweise eine andere Perspektive auf unseren Weg haben als wir.

00:12:26: Stell dir vor du läufst durch einen großen Wald.

00:12:30: von deinem Standort aus siehst du vielleicht den nächsten fünfzig Meter.

00:12:35: Du siehst die nächste Kurve.

00:12:37: Ein paar Bäume, vielleicht eine Weggabelung?

00:12:41: Mehr nicht!

00:12:43: Ein Vogel der hoch über dem Wald fliegt sieht dagegen viel weiter.

00:12:49: Er sieht hinter die Kurve, er sieht den ungestürzten Baum... ...er sieht vielleicht ein Gewitter das sich nähert,... ...Er sieht den Fluss.

00:12:59: Das bedeutet nicht dass der Vogel deinen Weg für dich gehen kann aber er besitzt eine andere Perspektive.

00:13:09: Genau so stelle ich mir geistige Führung manchmal vor.

00:13:13: Wir sehen, das Schlüssel ist weg!

00:13:16: Wir sehen die Ampel ist rot... Da fährt schon wieder jemand so langsam vor mir oder ich muss doch einmal umdrehen und vielleicht sieht etwas anderes.

00:13:29: einfach ein bisschen weiter.

00:13:32: Nicht Jahre in die Zukunft Vielleicht nur fünf Minuten?

00:13:37: Vielleicht reicht es manchmal schon.

00:13:40: Interessant ist nämlich Schutz fühlt sich nicht immer angenehm an, das vergessen wir.

00:13:48: Bestellen uns Schutz als warm, liebevoll und trösten vor!

00:13:53: Aber ein Mensch der dich im letzten Moment zurückhält damit du nicht vor einem Auto läufst ist in diesem Moment vielleicht gar nichts so besonders.

00:14:03: Er greift nach deinem Arm erstoppt dich.

00:14:06: Vielleicht erschreckst du dich sogar?

00:14:09: Und trotzdem schützt er dich.

00:14:12: Vielleicht kein geistiger Schutz ebenfalls manchmal so aussehen.

00:14:17: Als Widerstand, als Verzögerung... ...als etwas das uns nervt!

00:14:24: Vielleicht ist eine verschlossene Tür manchmal gnädiger als eine offene?

00:14:30: Vielleicht ist dann umweg manchmal der sichere Weg und vielleicht erfahren wir niemals warum.

00:14:37: Das ist wahrscheinlich der schwierigste Teil daran.

00:14:41: Wir Menschen wollen Erklärungen.

00:14:43: Wir möchten am Ende hören Darum und darum ist das passiert.

00:14:48: Darum durfte diese Beziehung nicht entstehen, darum hast du den Job nicht bekommen.

00:14:55: aber meistens bekommen wir diese Erklärungen nicht Und ich wäre sehr vorsichtig mit Setzen wie alles geschieht.

00:15:02: aus einem bestimmten Grund.

00:15:04: Ich mag diesen Satz nicht besonders.

00:15:07: Es gibt schreckliche Dinge die Menschen widerfahren bei denen ich mich niemals hinstellen würde und sagen würde Das musste geschehen Das wissen wir nicht.

00:15:18: Und manche Ereignisse sollten mir auch nicht nachträglich spirituell verklären, aber vielleicht können wir trotzdem akzeptieren, dass nicht jedes Hindernis automatisch unser Feind ist – das ist etwas anderes!

00:15:34: Es gibt neben diesen äußeren Hindernissen noch eine andere Form von Warnung.

00:15:39: Dieses innere Gefühl….

00:15:41: vielleicht kennt ihr das?

00:15:43: Ihr wollt irgendwo hin ….

00:15:45: eigentlich gibt es überhaupt keinen vernünftigen Grund es nicht zu tun.

00:15:50: Und plötzlich kommt dieser Gedanke, heute nicht oder war anders oder geh jetzt!

00:16:02: Manchmal ist es kaum mehr als ein kurzer Impuls und unser Verstand beginnt sofort dagegen anzureden ach komm du bildest dir das ein sei nicht albern.

00:16:14: Du hast zugesagt du musst dahin vielleicht ignorieren.

00:16:18: wie viele diese Impulse deshalb?

00:16:21: Ich glaube aber, dass es sich lohnt wenigstens hinzuhören.

00:16:26: Nicht jeder impuls ist eine Botschaft!

00:16:29: Nicht jedes ungute Gefühl kommt aus der Anderswelt und besonders Angst kann uns sehr leicht täuschen.

00:16:39: Angst redet viel – sie produziert Szenarien.

00:16:43: Was wenn dies oder das passiert?

00:16:47: Und dann könnte noch….

00:16:49: Eine tiefe Intuition fühlt sich für mich häufig anders an.

00:16:56: Schlichter Fast nüchtern.

00:16:59: Sie erklärt sich nicht groß, sie sagt nur Nein oder Warte und dann ist da manchmal eine merkwürdige Stille.

00:17:11: Auch Träume können solche Warnungen tragen Ein Weg der plötzlich endet Eine Tür die sich nicht öffnen lässt ein Tier das sich vor dich stellt Oder ein verstorbener Angehöriger der etwas sagt einen Ort den du nicht betreten sollst.

00:17:34: Auf dem schamanischen Weg nehmen wir solche Bilder ernst.

00:17:38: Aber auch da gilt, Ernstnehmen bedeutet nicht blind glauben – ein Traum kann eine Warnung sein!

00:17:47: Ein Traum können aber genauso gut das verarbeiten was uns am Tag beschäftigt hat.

00:17:54: Die eigentliche Kunst ist nicht überall Zeichen zu entdecken, die Kunst ist unterscheidend zu lernen und ich glaube darin besteht spirituelle Reife Nicht möglichst spektakuläre Botschaften zu bekommen, sondern immer feiner darin zu werden das eigene von dem zu unterscheiden was vielleicht von außerhalb unseres gewöhnlichen Bewusstseins kommt.

00:18:22: Denn man kann sich auch ein Zeichen verlieren!

00:18:26: Wenn ich anfange zu glauben dass jede rote Ampel eine Warnung ist, jede Krehe eine Prophezeiung und jeder vergessene Einkaufszettel an Eingriff meiner Ahnen Dann wird mein Leben irgendwann ziemlich kompliziert.

00:18:43: Spiritualität sollte uns nicht unfrei machen, und sie sollte uns auch nicht ängstlich machen!

00:18:51: Ich möchte morgens mein Haus verlassen können ohne vorher drei Orackel zu befragen vier Karten zu ziehen unentflug der Nachbarsvögel auszuwerten.

00:19:03: Darum geht es nicht – Es geht um Aufmerksamkeit … Und vielleicht auch um Demut… Um dir Bereitschaft zu sagen, es gibt Dinge die ich verstehe.

00:19:14: Und es gibt Dinger die ich nicht verstehe!

00:19:18: Vielleicht ist genau deshalb dieser alte Brauch mit dem Glaswasser so schön?

00:19:23: Du musst überhaupt nichts analysieren.

00:19:26: Du musst nicht sofort entscheiden – war das jetzt ein

00:19:29: Zeichen?!

00:19:30: Du setzt dich einfach hin, trinkst einen Glas Wasser, komm's bei dir an und beginn's nochmal.

00:19:41: Vielleicht haben Rituale genau... Deshalb tausende Jahre überlebt.

00:19:48: Nicht weil jeder Mensch jederzeit ihre ursprüngliche Bedeutung erklären konnte, sondern weil sie dem Chaos einen kleinen Raben gegeben haben.

00:19:59: Etwas passiert wir unterbrechen!

00:20:01: Wir sammeln uns – wir gehen neu.

00:20:05: Und wenn ich zurückfahren musste, nehme mich eben einen anderen Weg.

00:20:13: Nicht Weil Ich Glaube Dass das Schicksal mir ein Raubtier auf der Straße auf mich wartet Sondern weil es sich für mich anfühlt, als würde ich damit sagen, dieser Weg ist abgeschlossen.

00:20:25: Ich beginne neu!

00:20:29: Vielleicht habt ihr selbst solche Bräuche in euren Familien?

00:20:34: Dinge bei denen ihr erst sehr viel später gemerkt habt – Moment Das machen andere Menschen gar nicht.

00:20:41: Für euch war's vollkommen normal Für eure Großmutter vielleicht auch Und deren Mutter kannte es ebenfalls.

00:20:50: So werden Vorstellungen weitergegeben Nicht immer über Bücher.

00:20:57: Manchmal stehen sie nicht einmal irgendwo geschrieben, Sie leben in kleinen Handlungen.

00:21:05: Setz dich noch einmal hin, trink was!

00:21:07: Gehe nicht sofort wieder hinaus.

00:21:10: Schau nicht zurück.

00:21:12: Sprich einen Segen.

00:21:14: Mach ein Kreuzzeichen.

00:21:17: Bitte deine Ahnenumbegleitung.

00:21:21: Je nachdem aus welcher Kultur und aus welchem Glauben wir stammen, sehen diese Handlungen anders

00:21:27: aus.".

00:21:28: Aber darunter liegt oft dieselbe menschliche Sehnsucht.

00:21:33: Komm heil wieder nach Hause!

00:21:37: Vielleicht ist das einer der ältesten Wünsche überhaupt?

00:21:43: Wenn ich heute losfahre, denke ich deshalb manchmal bewusst an meine Begleiter.

00:21:48: Manchmal christlich, manchmal schamanisch – für mich widerspricht sich das nicht.

00:21:55: Ich kann meinen Schutzengel um Begleitung bitten und gleichzeitig meine wohlwollenden Ahnen oder meine geistigen Helfe

00:22:01: ansprechen.".

00:22:03: Ich brauche dafür kein großes Ritual.

00:22:06: Es ist manchmal nur ein Satz, geht mit mir oder führt mich sicher auf meinen Weg und dann fahre ich!

00:22:17: Ich gebe die Verantwortung nicht ab.

00:22:20: Ich schnalle mich an – ich bin aufmerksam.

00:22:24: Ich halte mich an den Verkehrsregeln wenn eine Warnleucht im Auto angeht.

00:22:30: Fahre in die Werkstatt und erkläre nicht dem Mechaniker das vermutlich mein Geistführer dahinter steckt.

00:22:36: Beides darf nebeneinander existieren.

00:22:39: Ein gesunder Menschenverstand und unser Gespür für das Unsichtbare!

00:22:46: Ich glaube sogar, dass wir die Anderswelt oft genau dort am ersten wahrnehmen, wo nichts Spektakuläres passiert – nicht in großen Visionen, nicht unbedingt während einer Zeremonie sondern mitten im Alltag beim Schuhe anziehen, beim Autofahren auf dem Weg zur Arbeit beim Griff nach dem Schlüssel.

00:23:15: Vielleicht sind die Grenzen zwischen den Welten manchmal viel unscheinbarer als wir denken und vielleicht braucht eine Warnung aus der Anderswelt keine donnernde Stimme, vielleicht reicht es das du zwei Minuten länger brauchst dass du noch einmal zurück gehst, dass dich jemand auffällt oder du im letzten Moment entscheidest anders zu fahren.

00:23:40: Das Problem ist nur wenn nichts passiert erfahren mir nie ob etwas verhindert wurde Und vielleicht ist genau das, dass Wesen von Schutz.

00:23:50: Er bleibt oft unsichtbar.

00:23:53: Bei meinem Erlebnis mit der Autobahn werde ich wahrscheinlich niemals wissen ob diese fünf Minuten irgendeine Bedeutung hatten.

00:24:01: Vielleicht war es schlicht Zufall?

00:24:04: Ich habe kein Problem mit diesem Gedanken aber es gibt einen Teilen mir, den an diesem Tag sehr still geworden ist weil ich plötzlich wieder daran erinnert wurde wie wenig es manchmal braucht damit sich Wege kreuzen Und unser ganzes Leben besteht aus solchen winzigen Verschiebungen.

00:24:26: Und manchmal frage ich mich, wie viele davon wir niemals bemerken?

00:24:30: Wenn euch also das nächste Mal etwas auffällt, möchte ich euch nicht sagen dass es bestimmt euer Schutzengel!

00:24:40: Ich möchte auch nichts sagen.

00:24:42: ihr dürft diesem Weg auf keinen Fall weitergehen.

00:24:46: Vielleicht ist einfach nur euer Auto kaputt.

00:24:50: vielleicht habt ihr tatsächlich den Schlüssel übersehen.

00:24:54: Vielleicht fährt vor euch einfach ein älterer Herr, der heute keine Lust hat sich von irgendjemanden hetzen zu lassen.

00:25:01: Aber vielleicht müsst ihr euch gar nicht sofort bei jedem verlorenen Moment ärgern!

00:25:07: Vielleicht könnt ihr einen Augenblick innehalten und wenn ihr mögt macht es so wie ich es aus meiner Familie kenne.

00:25:17: Setzt euch nochmal hin trinkt ein Glas Wasser lasst den ersten Aufbruch enden dann beginnt neu.

00:25:26: Wenn ihr zurückfahren musstet, weil ihr etwas vergessen habt, nehmt vielleicht beim zweiten Mal einen anderen kleineren Weg.

00:25:34: Nicht aus Angst sondern aus bewussten Zeichen!

00:25:39: Dieser erste Weg ist vorbei.

00:25:41: jetzt gehe ich neu und vielleicht sagt ihr dabei Gedanken zu dem woran ihr glaubt.

00:25:47: Begleite mich Schutzengel Ahnen Geistführer Gott oder einfach das Leben.

00:25:55: wir müssen nicht alles erklären.

00:25:58: Vielleicht wäre eine Welt in der wir alles erklären könnten sogar ziemlich arm.

00:26:05: Manche Dinge dürfen Geheimnisse bleiben, manche Begegnungen, mancher Träume und vielleicht auch manche fünf Minuten die uns irgendwann geschenkt werden.

00:26:18: Ich weiß bis heute nicht wo mein Autoschlüssel in diesen Minuten wirklich war.

00:26:24: Vielleicht hing er die ganze Zeit von meiner Nase.

00:26:27: Gleich habe ich ihn wirklich voller Hektik übersehen Und vielleicht lächelt irgendwo ein Wesen darüber, weil es weiß, dass ich die Antwort sowieso nicht bekommen werde.

00:26:41: Aber seit diesem Tag gibt es einen Gedanken den ich manchmal habe wenn ich etwas meinen Weg verzögern sehe.

00:26:48: Vielleicht muss sich gerade nichts schneller sein.

00:26:51: Vielleicht reicht es das ich ankomme und wenn es fünf Minuten später sind dann eben fünf Minuten Später denn vielleicht ist noch nicht manchmal keine Ablehnung Vielleicht ist es keine Strafe, vielleicht ist es nicht einmal ein Hindernis.

00:27:12: Vielleicht ist noch nicht manchmal die leiseste Form von.

00:27:16: Ich passe auf dich auf Bis zur nächsten Folge und wenn ihr heute unterwegs seid geht achtsam Fahrtachtsam Und wenn der Weg euch für einen Moment aufhält müsst ihr nicht immer dagegen ankämpfen.

00:27:35: Manchmal darf man doch einfach ein Glas Wasser trinken Und danach noch einmal losgehen.

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