Sura Folge 48 - Wenn die Reise nicht mehr gelingt
Shownotes
Was geschieht, wenn der vertraute Weg in die Anderswelt plötzlich nicht mehr erreichbar ist?
Eine Folge über Stille, Wandel und das Vertrauen darauf, dass sich manche Türen nicht schließen - sondern nur auf eine andere Weise öffnen.
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00:00:18: Es gibt einen Moment, vor dem sich erfahrene Praktizierende manchmal mehr fürchten als von jedem schweren Ritual.
00:00:28: Der Moment in dem sie sich hinlegen die Trommel beginnt und nichts geschieht.
00:00:35: keine Tür kein Weg der sich öffnet nur die eigene Zimmerdecke das eigene Herz klopfen Und ein Gedanke der lauter ist als alles andere.
00:00:49: Ich habe es verloren.
00:00:53: Diese Folge handelt von einem Zustand, über den in spirituellen Kreisen selten gesprochen wird – weil er sich anfühlt wie ein Versagen!
00:01:04: Dabei ist er wenn man genau hinschaut auf etwas ganz anderes.
00:01:11: Wer über Jahre reist kennt das Gefühl des Loslassens so gut wie das eigene Ein- und Ausmatmen.
00:01:19: Die Trommel setzt ein der Alltag löst sich Irgendwann ist da nur noch der Weg.
00:01:28: Und dann, manchmal ohne Vorwarnung bleibt dieser Weg aus!
00:01:35: Der Kopf bleibt im Zimmer.
00:01:37: Gedanken an die Einkaufsliste An den Gespräch von gestern An das was morgen ansteht Diese Gedanken drängen sich zwischen ein und das Was sonst nöelos kam.
00:01:53: Man liegt da Wartet Drückt fast Und merkt es genau dieses Drücken die Tür noch fester zuhält, ein Mann der seit über einem Jahrzehnt praktiziert beschrieb es einmal so.
00:02:12: Es war nicht so das nichts kam – es war so als würde ich an eine Wand klopfen von der ich vorher nicht einmal wusste dass sie da ist!
00:02:25: Das Irritierende daran ist nicht das Ausbleiben selbst, Anfänger kennen das…das Irritieren ist wenn es jemand trifft, wer die Praxis längst
00:02:36: beherrscht.".
00:02:39: Dann fühlt es sich nicht an wie eine Lernkurve.
00:02:43: Es fühlt sich an wie ein Verlust, auffällig ist das diese Blockade selten unwirklich auftritt.
00:02:54: Sie hilft sich um bestimmte Lebensmomente – ein neuer Job, ein Hausbau die Gebote eines Kindes.
00:03:05: auf den ersten Blick haben diese drei Dinge wenig gemeinsam.
00:03:11: Auf dem zweiten verlangen sie alle dasselbe Vollständige für Ankerung in diese Welt.
00:03:21: Ein neuer Job verlangt Wachsamkeit, das Beweisen, dass ständige Mitdenken einer neuen Rolle.
00:03:29: ein Hausbau verlangte hundert kleine Entscheidungen am Tag Kontrolle über Handwerker, Budget Zeitpläne Das genaue Gegenteil von Loslassen.
00:03:41: und ein neu geborenes Kind verlangts etwas noch Grundlegendes Ein Nervensystem, das rund um die Uhr auf ein einziges verletzliches Wesen ausgerichtet ist.
00:03:57: Reisen bedeutet – Die Kontrolle über diese Welt für eine Weile abzugeben!
00:04:04: Aber genau diese drei Situationen fordern von einem Menschen das Gegenteil.
00:04:09: Maximale Präsenz Maximale Kontrolle Maximale Verantwortung.
00:04:16: hier in dieser Welt In diesem Körper.
00:04:22: In manchen schamanischen Traditionen gibt es dafür ein eigenes Verständnis.
00:04:27: Es gibt Zeiten des Reisens und es gibt Zeiten das Verwurzelns, beides gilt als Teil des Weges – nicht als sein Gegenteil!
00:04:40: Ein Mensch der gerade ein Zuhause baut oder ein Kind in dieser Welt trägt verrichtet in dieser Leseart bereits tiefste Form von Arbeit an der Schwelle nur eben diesseits, nicht jenseits.
00:04:56: Die gute Nachricht zuerst.
00:04:59: In fast allen Berichten, die ich über diese Art von Blokade gelesen habe, kehrten die Fähigkeiten zur Reisen irgendwann zurück – nicht durch Kämpfen, sondern meist erst nachdem das Kämpfen aufgehört hat.
00:05:17: Ein paar Wege, die Praktizierende in dieser Zeit beschreiben.
00:05:21: Die Praxis verkleinern statt sie aufzugeben.
00:05:26: Statt der vollen langen Reise reicht manchmal ein kurzer Moment mit der Trommel ohne Erwartung, irgendwo hinzugelangen.
00:05:36: Nur um die Verbindung nicht ganz zu kappen!
00:05:41: Den Körper einbeziehen – Nicht nur den Geist Atem Bewegung Das bewusste Spüren des eigenen Gewichts auf dem Boden.
00:05:54: Es ist oft leichter über den Körper wieder Zugang zu finden als über die reine Absicht.
00:06:01: Die neue Schwelle selbst als Teil des Weges anerkennen statt als Hindernis.
00:06:08: Der neue Job das Haus, das Kind nicht als das zu behandeln was einer von der Praxis abhält sondern als das was gerade die eigentliche Praxis ist und vielleicht am schwersten Nicht allein damit bleiben.
00:06:27: Diese Art vom Blockade wird selten geteilt weil sie sich während Versagen anfühlt.
00:06:33: Wer sie ausspricht gegenüber einem Mentor an eine Gemeinschaft einem vertrauten Menschen, merkt oft als erstes wie viele andere genau dasselbe kennen.
00:06:49: Ich möchte dir eine kleine praktische Übung auf den Weg geben falls dich dieses Thema betrifft.
00:06:56: sie heißt die verkleinerte Praxis der drei Minutenweg keine Absicht irgendwo zu gelangen nur die Erlaubnis kurz an der Schwelle zu stehen.
00:07:11: lege dich hin oder setz dich bis uns auch vor einer Reise.
00:07:17: Stelle dir einen Timer auf drei Minuten, nicht länger.
00:07:23: Lass die Trommel oder Rasseln über Audio laufen – ohne ein Ziel zu erwarten!
00:07:34: Wenn nach drei Minuten nichts geschehen ist….
00:07:37: das ist kein Scheitern.
00:07:39: Das war die ganze Übung.
00:07:45: Wann du diese Übung machen solltest?
00:07:48: Wäre am besten in Phasen, indem jeder Versuch einer vollen Reise nur Frust bringt.
00:07:54: Der Sinn liegt nicht im Ankommen, sondern darin die Verbindung nicht ganz zu kappen.
00:08:06: Es gibt noch die andere Übung, die Schwelle berühren heißt sie.
00:08:10: Statt durch die Tür zu gehen setzt du sich nur neben Sie.
00:08:16: stell dir den gewohnten Eingang zur Anderswelt vor Die Höhle der Baum der Fluss was auch immer es bei dir ist Gehen Gedanken bis unmittelbar davor Geh'n nicht hindurch.
00:08:31: Bleib dort Solange es sich stimmig anfühlt, manchmal sind das zwanzig Sekunden.
00:08:42: Bedankt dich beim Verlassen nicht für eine Reise sondern dafür dass die Schwelle noch da war.
00:08:54: Diese Übung kannst du machen selbst wenn der Gedanke an einer Reise zu viel ist.
00:09:00: Sie hält die Erinnerung an den Weg wach ohne Druck zu geben.
00:09:11: Wenn Du den Körper als Zugang nutzen möchtest dann empfehle ich Dir die Übung der geerdete Atem Leg dich flach hin.
00:09:24: Arme und Beine leicht geöffnet Atme bewusst in den Bauch Zähle bis vier Vier Mal Dann zählst du noch mal bis sechs Auch viermal.
00:09:50: Bei jedem Ausatmen spürst du bewusst das Gewicht deines Körpers auf dem Boden.
00:09:57: Fersen, Warten Rücken Hinterkopf.
00:10:02: Mach das für zehn Atemzüge, bevor du überhaupt versuchst zu reisen.
00:10:09: Manchmal reicht es schon damit sich etwas löst.
00:10:14: Manchmal bleibt es auch bei dieser Übung.
00:10:16: Das ist fürs erste auch genug.
00:10:21: Dann habe ich noch eine letzte Übung Die neue Schwelle würdigen Den neuen Job des Hauses das Kind nicht als Hindernis behandeln sondern als eigenen Übergang anerkennen.
00:10:39: Nimm dir einen ruhigen Moment, eine Kerze reicht.
00:10:46: Sprich laut oder still aus was neu in dein Leben getreten ist.
00:10:51: Möglichst konkret nicht nur das Kind sondern zum Beispiel die Nächte die jetzt ihm gehören.
00:11:00: Danke diesem Teil deines Lebens ausdrücklich dafür dass sie gerade deine ganze Aufmerksamkeit beansprucht.
00:11:09: löscht die Kerze bewusst als Zeichen dass dieser moment der Würdigung für heute genügt.
00:11:19: was in solchen Momenten auch gut hilft, ist für sich zu merken dass man nicht der einzige oder die Einzige ist mit diesem Problem.
00:11:30: Frag in deiner Praxisgemeinschaft oder deinem Umfeld bewusst nach ob jemand das Gefühl kennt.
00:11:37: wenn ja verabredet euch zu einem regelmäßigen unverbindlichen Austausch.
00:11:43: keine Reise einfach ein Treffen ein Gespräch über diese Zeit.
00:11:49: Auch ein einziger Mensch, der das selbe kennt, reicht oft völlig aus.
00:11:59: Vielleicht ist diese Tür nie wirklich verschwunden?
00:12:02: Vielleicht steht sie nur für eine Weile hinter einer anderen Tür die zuerst durchschritten werden muss – die des neuen Jobs, des neuen Zuhauses und des neuen Lebens, das gerade angekommen ist!
00:12:18: Was wenn die Fähigkeit zur Reise nicht verloren geht sondern nur wartet bis der Boden unter den Füßen wieder
00:12:25: trägt?!
00:12:28: Und was wenn genau diese Zeit des Nicht-Reisens können's, selbst schon eine Reise ist?
00:12:36: Nur eine die nach innen geht.
00:12:39: Nicht nach außen!
00:12:43: Vielleicht ist die Tür nicht verschlossen.
00:12:46: Vielleicht ist es einfach gerade nicht die Zeit sie zu öffnen.
00:12:52: Auch stille kann eine Antwort sein.
00:12:55: Auch leere kann etwas in uns bewegen und manchmal geschieht die tiefste Veränderung nicht dort wo wir etwas sehen hören oder fühlen sondern in den Zeiten, in denen scheinbar gar nichts geschieht.
00:13:11: Du musst dir an das Welt nicht erzwingen!
00:13:15: Du musst niemandem beweisen, wie tief du reisen kannst.
00:13:21: Der schamanische Weg besteht nicht nur aus Visionen, Krafttieren und Begegnungen.
00:13:27: Er besteht auch aus Pausen, aus Zweifeln, aus Zeiten des Rückzugs – und vielleicht wartet hinter dieser Stille bereits etwas auf dich?
00:13:41: Nicht weil du danach suchst… sondern weil du irgendwann wieder bereit bist zuzuhören.
00:13:51: Bis dahin darfst Du einfach hier sein, mit beiden Füßen auf der Erde – denn auch das ist Teil des Weges!
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